Zum Inhalt springen

REALIZE RUHRGEBIET Beiträge

Für eine rebellische Stadt

Aufruf zu Demonstration „Für eine rebellische Stadt – Gegen Ausgrenzung und Ausverkauf“ am 30.04.2019 in Düsseldorf (18:30 Uhr, ab Kiefernstraße)

Mit der Demonstration „Für eine rebellische Stadt – Gegen Ausgrenzung und Ausverkauf“ wollen wir für ein paar Stunden die Plätze und die Straßen zurückerobern, die den Menschen dieser Stadt als öffentlicher Raum zustehen. Wir wollen zeigen: Es gibt in Düsseldorf großen Bedarf an sozialen und kulturellen Freiräumen und wir haben keine Lust mehr auf die teuren Mieten und die Verdrängung von Menschen, die scheinbar nicht ins Stadtbild passen!

Strategien gegen Gentrifizierung

Buchvorstellung und Diskussion mit Lisa Vollmer

Dienstag 09.04.2019, 19.00 Uhr, Alsenwohnzimmer Bochum, Alsenstraße 27
Mittwoch 10.04.2019, 19.00 Uhr, Nordpol Dortmund, Münsterstraße 99

Welche Möglichkeiten gibt es sich in Stadt(teil)entwicklungen einzumischen, die Gentrifizierung bewirken können? Darüber wollen wir mehr erfahren und anschließend diskutieren!

In ihrer Einführung „Strategien gegen Gentrifizierung“ geht die Stadtforscherin Lisa Vollmer dem umkämpften Begriff detailliert nach und gibt einen Überblick über unterschiedliche Erklärungsansätze. Sowohl ökonomische als auch kulturelle Dynamiken werden dabei berücksichtigt. Die Autorin illustriert zudem anhand zahlreicher Beispiele von Mieter*innenprotesten, wie sich eine Mieter*innengruppe bilden und organisieren kann. Sie zeigt unter anderem auf, welche Strategien zwischen Lobbyarbeit und Basisorganisierung verfolgt werden können, wie man das Recht zu bleiben durch eine lokale Gemeinschaft einfordert und wie sich Mieter*innenproteste gegen die Inwertsetzung ihrer Nachbarschaften stellen können.

Konferenz der kleinen Orte und freien Kollektive

Unter dem Titel »Konferenz der kleinen Orte und freien Kollektive« lud das Netzwerk X – Für Kunst und Soziales am 23. und 24. Februar 2019 „alle Betreiber*innen von Off-Spaces und Ladenprojekten, sowie alle Künstler*innengruppen und soziokulturell politisch arbeitenden Gruppen“ in den Kitev-Turm nach Oberhausen ein. Nachdem am ersten Tag intensiv über „Selbstorganisation in kunstsozialen Orten“, „Interventionen im öffentlichen Raum“, sowie „Transkulturalität und postmigrantische Zusammenarbeit“ diskutiert wurde, trafen sich am zweiten Tag selbstorganisierte linke Ladenprojekte aus dem Ruhrgebiet und NRW zur Austausch- und Vernetzungsrunde.

Lokaler Widerstand – europäisch organisiert

Die »European Action Coalition for the Right to Housing and to the City« ist ein europäischer Zusammenschluss von Gruppen, die sich gegen Zwangsräumung und für ein Recht auf Stadt einsetzen. Stadtpolitische Gruppen aus ca. 30 Städten in 20 Ländern haben sich in der »European Action Coalition« vernetzt. Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit sind derzeit eine transnationale Kampagne zum Thema Finanzialisierung des Wohnens (#HandsOffOurHomes), Zwangsräumungen Verhindern, kritische Stadtforschung und transnationales Skill-Sharing. Die Coalition bezeichnet sich als grassroots-Vernetzung und trifft sich in der Regel zweimal pro Jahr in wechselnden Städten.

Was passiert am Dortmunder Hafen?

Ein Bericht von der Recht auf Stadt Ruhr Veranstaltung zu den Planungen am Dortmunder Hafen am 20 November 2018

Was passiert im Dortmunder Hafen? Über diese Frage diskutierten rund 80 interessierte Menschen am 20. November 2018 im randvollen Rekorder in der Dortmunder Nordstadt. Eingeladen hatte das Netzwerk Recht auf Stadt Ruhr.

Am Dortmunder Hafen sind in den nächsten Jahren große Veränderungen geplant. Eine gemeinsam von der Stadt Dortmund und den Stadtwerken DSW21 gegründete Entwicklungsgesellschaft möchte entlang der Speicherstraße einen „Digital-Campus“ errichten. Der neue „Tech-Standort“ soll rund 5.000 Arbeitsplätze entstehen lassen und das Hafenviertel aufwerten.

Echos aus der Zukunft

Die Entdeckung der Nachkriegsarchitektur im Ruhrgebiet und wie vor 30 Jahren einmal das Fernsehprogramm gehackt wurde.

Im Ruhrgebiet wird gerade die Architektur der Nachkriegsmoderne entdeckt. Unter den Titeln »Big Beautiful Buildings. Als die Zukunft gebaut wurde« und »Modern gedacht! Symbole der Nachkriegsarchitektur« stellen die Formate Ausstellung, Konferenz, Rundgang und Magazin Bauwerke der 1950er bis 1970er Jahre vor. Zum Beispiel das Musiktheater in Gelsenkirchen oder die Bochumer Ruhr-Universität. Gerade im vom Krieg stark zerstörten Ruhrgebiet hat die Nachkriegsmoderne beim Wiederaufbau ihre Spuren hinterlassen. Aufbruch und Experiment sind die zentralen Schlagworte, unter denen die baulichen Konzepte erkundet werden. Das von StadtBauKultur NRW, dem Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW (M:AI) und der TU Dortmund zusammengestellte Programm richtet den Blick auf Stadtlandschaften im Ruhrgebiet, die wir täglich durchqueren, aber selten als besonderen architektonischen Raum wahrnehmen.

„Ihr glaubt mir nicht.“: ein Ort, viele Realitäten

Auszug eines Beitrags zur Situation in der Dortmunder Nordstadt [von Pia Blank, Robin Quader, Charlotte Rohde]

Vorbemerkung: In der letzten Ausgabe des onlinejournals kultur und geschlecht erschien ein lesenswerter Beitrag von Pia Blank, Robin Quader und Charlotte Rohde mit dem Titel „Ihr glaubt mir nicht.“: ein Ort, viele Realitäten. Die Autor*innen setzen sich darin mit den unterschiedlichen Lebensrealitäten und Erfahrungswelten in der Dortmunder Nordstadt auseinander. Anlass bietet die Reflexion eines Vorfalls im Herbst letzten Jahres: Zwei Personen of Color wurden vor dem selbstverwalteten Treffpunkt Nordpol von der Polizeit kontrolliert, Unterstützer*innen intervenierten, es kam zu Verhaftungen. Die Autor*innen reflektieren die Sitiuation in der Nordstadt und dokumentieren durch Interviewpassagen zwei unterschiedliche Erfahrungen. Wir veröffentlichen hier Auszüge aus dem Beitrag.

Träume unter Asphalt

Aufruf zur Aktionswoche und großen Tanzdemo für eine solidarische Stadt für Alle: Samstag 15. September 2018, 17:00 Uhr, Duisburg Hbf (Portsmouthplatz)

Gegen den Ausverkauf der Stadt

Es ist in jeder Stadt zu spüren. Profitorientierte Stadtplanung, der Ausverkauf von Wohnraum und öffentlichen Flächen im Interesse von Konzernen geht an den Bedürfnissen der Bewohner*innen vorbei. Während die Städte mit immer teureren Leuchtturmprojekten und Konsumtempeln um zahlungskräftige Investor*innen und Kund*innen konkurrieren, wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper und die Bewohner*innen zahlreicher Stadtteile werden mit der zunehmenden Armut und Perspektivlosigkeit vollkommen alleine gelassen.

Den Schmerz und den Dreck vergessen

Anmerkungen zum Ende des Ruhrbergbaus

Im Dezember 2018 endet mit der Stillegung der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop nun endgültig die mehr als 1.000-jährige Geschichte des Ruhrbergbaus. Eine wahre Flut von Veranstaltungen, Ausstellungen, Projekten und Aktionen soll dafür sorgen, dass dieses Finale kein stiller Abschied wird. Die Museen des Ruhrgebiets zeigen Kunst zum Thema Kohle, das Ruhrmuseum auf Zollverein die Sonderausstellung »Das Zeitalter der Kohle«. Die RAG Aktiengesellschaft (ehemals Ruhrkohle AG), RAG-Stiftung, Evonik und die IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) starten für 30 Millionen Euro die Initiative »Glückauf Zukunft!« und die WAZ veröffentlicht das Panini-Sammelalbum »Schwarzes Gold«. Gedacht wird der Epoche prägenden großen Industrien und ihrer Helden der Arbeit. Einmal mehr wird der Mythos Ruhrgebiet zelebriert. Der Schmerz und der Dreck, die zerstörten Leben, spielen in dieser Erzählung allenfalls am Rand eine Rolle. Eine explizite Nachfrage ist notwendig um sie aus dem kollektiven Gedächtnis des Ruhrgebiets hervorzuholen.