Zum Inhalt springen

REALIZE RUHRGEBIET Beiträge

Einmaleins des Organisierens

Die Broschüre „Zusammen tun!“ gibt Hilfe zur Selbsthilfe bei der Gründung von Mieter*innen-Initiativen

Bei Mieterhöhung, Modernisierungsankündigung und sonstigen schlechten Nachrichten von den Vermieter*innen erstmal bei der Nachbarin klingeln? Gute Idee. Klingt aber einfacher als es im Alltag ist. Und vor allem, wie geht es dann weiter? Die Broschüre „Zusammen tun! Wie organisiere ich eine Mieter*innen-Initiative?“ der Berliner „AG Starthilfe“ gibt hier praktische Hilfestellung: Sie spielt eine kollektive Organisierung von Bewohner*innen vom ersten An-der-Tür-klingeln bis zur öffentlichen Kampagne detaillreich durch und gibt wertvolle Erfahrungen aus der Praxis weiter.

Stadtpolitisch „von unten“ einmischen – Wie geht das?

Recht auf Stadt Ruhr-Netzwerktreffen mit Erfahrungsaustausch am 04.06.2019 um 19 Uhr im Rekorder in Dortmund (Gneisenaustraße 55, 44147 Dortmund)

Das „Recht auf Stadt“ einzufordern, bedeutet sich einzumischen und die Interessen „von unten“ zu organisieren: Zum Beispiel dann, wenn die Stadtpolitik Umbaumaßnahmen plant, die zwar viele Bewohner*innen betreffen, bei denen es aber faktisch kein Mitspracherecht gibt.

An zwei Beispielen sollen Erfahrungen von Initiativen sichtbar gemacht werden, die genau hier Einmischung organisieren: »Stadt für Alle Bochum« streitet derzeit gegen die Privatisierung und für die gemeinwohlorientierte Nutzung von städtischen Flächen in der Innenstadt; die »Hafeninitiative« in Dortmund fordert seit Anfang des Jahres Beteiligung beim geplanten Umbau des Hafen ein.

Común – Magazin für stadtpolitische Interventionen

Die überschaubare Landschaft der deutschsprachigen stadtpolitischen Zeitschriften ist um ein neues Magazin reicher geworden. Pünktlich zum »Recht auf Stadt Form« vom 17–19 Mai in Hamburg ist die erste Ausgabe der »Común« erschienen. Anders als eher akademisch ausgerichtete Zeitschriften wie »dérive« oder »sub\urban« berichtet und diskutiert das Magazin »Común« aus der aktivistischen Perspektive.

Für eine rebellische Stadt

Aufruf zu Demonstration „Für eine rebellische Stadt – Gegen Ausgrenzung und Ausverkauf“ am 30.04.2019 in Düsseldorf (18:30 Uhr, ab Kiefernstraße)

Mit der Demonstration „Für eine rebellische Stadt – Gegen Ausgrenzung und Ausverkauf“ wollen wir für ein paar Stunden die Plätze und die Straßen zurückerobern, die den Menschen dieser Stadt als öffentlicher Raum zustehen. Wir wollen zeigen: Es gibt in Düsseldorf großen Bedarf an sozialen und kulturellen Freiräumen und wir haben keine Lust mehr auf die teuren Mieten und die Verdrängung von Menschen, die scheinbar nicht ins Stadtbild passen!

Strategien gegen Gentrifizierung

Buchvorstellung und Diskussion mit Lisa Vollmer

Dienstag 09.04.2019, 19.00 Uhr, Alsenwohnzimmer Bochum, Alsenstraße 27
Mittwoch 10.04.2019, 19.00 Uhr, Nordpol Dortmund, Münsterstraße 99

Welche Möglichkeiten gibt es sich in Stadt(teil)entwicklungen einzumischen, die Gentrifizierung bewirken können? Darüber wollen wir mehr erfahren und anschließend diskutieren!

In ihrer Einführung „Strategien gegen Gentrifizierung“ geht die Stadtforscherin Lisa Vollmer dem umkämpften Begriff detailliert nach und gibt einen Überblick über unterschiedliche Erklärungsansätze. Sowohl ökonomische als auch kulturelle Dynamiken werden dabei berücksichtigt. Die Autorin illustriert zudem anhand zahlreicher Beispiele von Mieter*innenprotesten, wie sich eine Mieter*innengruppe bilden und organisieren kann. Sie zeigt unter anderem auf, welche Strategien zwischen Lobbyarbeit und Basisorganisierung verfolgt werden können, wie man das Recht zu bleiben durch eine lokale Gemeinschaft einfordert und wie sich Mieter*innenproteste gegen die Inwertsetzung ihrer Nachbarschaften stellen können.

Konferenz der kleinen Orte und freien Kollektive

Unter dem Titel »Konferenz der kleinen Orte und freien Kollektive« lud das Netzwerk X – Für Kunst und Soziales am 23. und 24. Februar 2019 „alle Betreiber*innen von Off-Spaces und Ladenprojekten, sowie alle Künstler*innengruppen und soziokulturell politisch arbeitenden Gruppen“ in den Kitev-Turm nach Oberhausen ein. Nachdem am ersten Tag intensiv über „Selbstorganisation in kunstsozialen Orten“, „Interventionen im öffentlichen Raum“, sowie „Transkulturalität und postmigrantische Zusammenarbeit“ diskutiert wurde, trafen sich am zweiten Tag selbstorganisierte linke Ladenprojekte aus dem Ruhrgebiet und NRW zur Austausch- und Vernetzungsrunde.

Lokaler Widerstand – europäisch organisiert

Die »European Action Coalition for the Right to Housing and to the City« ist ein europäischer Zusammenschluss von Gruppen, die sich gegen Zwangsräumung und für ein Recht auf Stadt einsetzen. Stadtpolitische Gruppen aus ca. 30 Städten in 20 Ländern haben sich in der »European Action Coalition« vernetzt. Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit sind derzeit eine transnationale Kampagne zum Thema Finanzialisierung des Wohnens (#HandsOffOurHomes), Zwangsräumungen Verhindern, kritische Stadtforschung und transnationales Skill-Sharing. Die Coalition bezeichnet sich als grassroots-Vernetzung und trifft sich in der Regel zweimal pro Jahr in wechselnden Städten.

Was passiert am Dortmunder Hafen?

Ein Bericht von der Recht auf Stadt Ruhr Veranstaltung zu den Planungen am Dortmunder Hafen am 20 November 2018

Was passiert im Dortmunder Hafen? Über diese Frage diskutierten rund 80 interessierte Menschen am 20. November 2018 im randvollen Rekorder in der Dortmunder Nordstadt. Eingeladen hatte das Netzwerk Recht auf Stadt Ruhr.

Am Dortmunder Hafen sind in den nächsten Jahren große Veränderungen geplant. Eine gemeinsam von der Stadt Dortmund und den Stadtwerken DSW21 gegründete Entwicklungsgesellschaft möchte entlang der Speicherstraße einen „Digital-Campus“ errichten. Der neue „Tech-Standort“ soll rund 5.000 Arbeitsplätze entstehen lassen und das Hafenviertel aufwerten.

Echos aus der Zukunft

Die Entdeckung der Nachkriegsarchitektur im Ruhrgebiet und wie vor 30 Jahren einmal das Fernsehprogramm gehackt wurde.

Im Ruhrgebiet wird gerade die Architektur der Nachkriegsmoderne entdeckt. Unter den Titeln »Big Beautiful Buildings. Als die Zukunft gebaut wurde« und »Modern gedacht! Symbole der Nachkriegsarchitektur« stellen die Formate Ausstellung, Konferenz, Rundgang und Magazin Bauwerke der 1950er bis 1970er Jahre vor. Zum Beispiel das Musiktheater in Gelsenkirchen oder die Bochumer Ruhr-Universität. Gerade im vom Krieg stark zerstörten Ruhrgebiet hat die Nachkriegsmoderne beim Wiederaufbau ihre Spuren hinterlassen. Aufbruch und Experiment sind die zentralen Schlagworte, unter denen die baulichen Konzepte erkundet werden. Das von StadtBauKultur NRW, dem Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW (M:AI) und der TU Dortmund zusammengestellte Programm richtet den Blick auf Stadtlandschaften im Ruhrgebiet, die wir täglich durchqueren, aber selten als besonderen architektonischen Raum wahrnehmen.