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Kategorie: Freiraum

Träume unter Asphalt

Aufruf zur Aktionswoche und großen Tanzdemo für eine solidarische Stadt für Alle: Samstag 15. September 2018, 17:00 Uhr, Duisburg Hbf (Portsmouthplatz)

Gegen den Ausverkauf der Stadt

Es ist in jeder Stadt zu spüren. Profitorientierte Stadtplanung, der Ausverkauf von Wohnraum und öffentlichen Flächen im Interesse von Konzernen geht an den Bedürfnissen der Bewohner*innen vorbei. Während die Städte mit immer teureren Leuchtturmprojekten und Konsumtempeln um zahlungskräftige Investor*innen und Kund*innen konkurrieren, wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper und die Bewohner*innen zahlreicher Stadtteile werden mit der zunehmenden Armut und Perspektivlosigkeit vollkommen alleine gelassen.

Recht auf Stadt: Zwischen Abwehrkämpfen, radikaler Realpolitik und Alternativen

Ein Bericht vom bundesweiten Recht auf Stadt Forum in Leipzig (von KRISZ und MTKR)

Die Recht auf Stadt-Bewegung wächst nicht nur, sie vernetzt sich auch immer besser: Beim 4. Recht auf Stadt Forum, das am 20.–22. April in Leipzig stattfand, waren mit 250 Teilnehmenden fünfmal soviele Aktivist*innen da wie beim ersten Treffen 2015. Organisiert wurde das Forum auch diesmal bundesweit von stadtpolitischen Initiativen gemeinsam mit verschiedenen Leipziger Gruppen. Viele hatten es nicht weit und radelten einfach aus verschiedenen Ecken Leipzigs an. Der überwiegende Teil aber kam aus anderen Städten: Zum Beispiel aus Berlin, Erfurt, Frankfurt, Göttingen, Hamburg, Jena, Kassel, Köln, Weimar… und aus dem Ruhrgebiet.

Mehr Freiräume gegen die Ödnis des Leerstandes

Das Recht auf Stadt für alle ist im Ruhrgebiet ein Dauerbrenner. Sowohl in Essen und Duisburg als auch in Bochum stehen vermutlich tausende Gebäude leer – manchmal Jahre bevor sie erneut genutzt oder abgerissen werden. Mehrere Initiativen stellen sich dem aktiv entgegen und fordern mehr (soziokulturelle) Freiräume. Doch oftmals bleibt es bei der Mühe, denn Aktivist*innen werden von vielen Seiten Steine in den Weg gelegt.

Einige Fenster sind mit Holzplatten vernagelt, bei anderen deuten eingeworfene Scheiben auf Vandalismus und Verfall hin. Auch die Eingangspforte ist mit einer Holztafel verschlossen. Graffiti-Schriftzüge sind rund um das Gebäude zu sehen. Ein großer Zaun, der das Bauwerk fast vollständig umschließt, verhindert das Betreten des Geländes. Nur die Tischtennisplatten und der Bolzplatz lassen vermuten, dass es sich um ein ehemaliges Schulgelände handelt. Die einstige Hauptschule Bärendelle in Essen-Frohnhausen, die seit Mitte 2011 leer steht, zählt zu den prominentesten Beispielen, die aufgezählt werden, wenn man Initiativen nach Leerstand in Essen befragt. Nach einer viertägigen Besetzung im Jahr 2013 versucht die anschließend entstandene Bürgerinitiative Bärendelle (BIB) dort seither vergeblich einen soziokulturellen Freiraum zu etablieren.

„Wir können eine Menge auf die Beine stellen“

Ein Interview mit Aktiven der Bürgerinitiative Bärendelle in Essen Frohnhausen

Im Sommer 2013 wurde in Essen Frohnhausen eine lange leerstehendes denkmalgeschützte Schulgebäude besetzt und nach wenigen Tagen geräumt. Die Besetzung hatte in der Nachbarschaft die Aufmerksamkeit auf den Leerstand gelenkt und Ideen für eine nachbarschaftliche soziokulturelle Nutzung freigesetzt. Wenig später gründete sich die Bürgerinitiative Bärendelle, die seither für den Erhalt und die Nutzung des Gebäudes kämpft. Die Initiative hat es geschafft die Forderung als ernsthaftes Anliegen in die Öffentlichkeit und Lokalpolitik zu bringen. Anfang 2015 kam dann die Willensbekundung, der Stadt Essen und der Stiftung „Mein Wohnen“ einen guten Teil zur soziokulturellen Nutzung freizugeben. Zuletzt hat die Initiative jedoch öffentlich gemacht, dass das Gebäude nun zusehens verfällt und hat sich mit einem offenen Brief an die Stadtverwaltung gewandt. Im Interview erzählen sie, wie es nun weitergeht.

„In Essen gibt es genug Gebäude, die auf Nutzung warten“

Interview mit den Aktivist*innen des »Alibi«

Mit dem Alibi war Anfang 2016 ein selbstverwalteter Freiraum entstanden, den es in der Form in Essen vorher nicht gab: ein Raum für Gruppentreffen, Veranstaltungen, Konzerte, Parties und mehr. Nun musste das Alibi aus den Räumen ausziehen. Damit fehlt wieder ein Ort für politische Initiativen und selbstorganisierte Aktivitäten in Essen. Die Aktivist*innen erzählen, wie wichtig ein solcher Ort ist und wie es nun weitergehen soll.